Beitrag aus der Zeitung
veröffentlich in der b-Zeitung
Omega 3-Fettsäuren, kleine Bausteine mit großer Wirkung
Kaum ein Nahrungsergänzungsmittel ist derzeit so präsent wie Omega-3-Fettsäuren. In Apotheken, Drogerien und im Internet wird es vielfältig beworben und deshalb greifen unzählige Menschen zu Präparaten, häufig ohne genau zu wissen, was Omega-3 eigentlich ist und ob ihr Körper es wirklich benötigt.
Omega-Fettsäuren gehören zu den lebenswichtigen Mikronährstoffen. Wir unterscheiden Omega-3-, Omega-6- und Omega-9-Fettsäuren. Omega-3 und Omega-6 sind essenziell, das heißt, wir müssen sie über die Nahrung aufnehmen, während Omega-9 vom Körper selbst gebildet werden kann. Eine omega-reiche Ernährung kombiniert regelmäßigen Verzehr von Lebensmitteln wie fetten Seefisch, Algen, Lein- oder Chiasamen mit hochwertigen pflanzlichen Ölen, wie Oliven-, Raps- und Leinöl.
Die kleinen Fettsäure-Moleküle liefern Bausteine für unsere Zellmembranen, wirken antientzündlich, unterstützen das Herz-Kreislauf-System, den Fettstoffwechsel und beeinflussen unser Gehirn und die Psyche positiv. Insbesondere die Omega-3-Fettsäuren leisten einen wichtigen präventiven Beitrag, sie schützen wirkungsvoll vor chronischen Entzündungen, stärken das Immunsystem und unterstützen unsere mentale Leistungsfähigkeit. In der Orthomolekularmedizin haben Sie, wie auch Vitamin D, einen besonders hohen Stellenwert. Sie gelten als natürliche „Bausteine der Gesundheit“, deren gezielte Zufuhr Zellfunktionen optimiert und das allgemeine Wohlbefinden fördert.
Um herauszufinden ob Omega-3-Fettsäuren benötigt werden, ist es erforderlich, den Index im Labor zu bestimmen. Um die optimale protektive Wirkung nutzen zu können, sollte der Index bei 12 % liegen. Selbst über eine omega-3-reiche Ernährung lässt sich jedoch nur ein Index von maximal 8 % erreichen, die Realität liegt häufig zwischen 4 % und 6 %, deshalb ist eine bedarfsgerechte Supplementierung tatsächlich sinnvoll. Wichtig ist auch, das Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 ausgewogen zu halten. Ideal wäre 1:2 bis 1:4. In der westlichen Gesellschaft liegen wir allerdings bei Werten von 1:10 bis 1:20, denn wir nehmen häufig mehr Omega-6-Fettsäuren aus verarbeiteten Lebensmitteln und pflanzlichen Ölen auf, Omega-3-haltige Lebensmittel dagegen stehen seltener auf unserem Speiseplan.
Bevor Sie Omega-3 substituieren, sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Hausarzt halten und einige Dinge berücksichtigen. Achten Sie bei der Wahl des Präparates auf eine gute Qualität und auf einen niedrigen Totox-Wert, denn dieser garantiert Ihnen Frische und eine geringe Oxidation. Optimal wäre kleiner 5, wenigstens kleiner 10 sollte er unbedingt sein. Ranzige Omega-3-Öle sind schädlich, zerstören Zellen und fördern Entzündungen, bewirken als genau das Gegenteil. Lagern Sie das Öl daher lichtgeschützt, kühl, luftdicht und verbrauchen Sie es zügig. Bedenken Sie auch mögliche Interaktionen mit Medikamenten, insbesondere mit Blutverdünnern. Ebenso ist Vorsicht bei Lebererkrankungen und akuten Infekten geboten. Eine Überdosierung sollte unbedingt vermieden werden.
Fazit: Omega-3-Fettsäuren sind in der Mikronährstofftherapie aufgrund ihres vielseitigen und günstigen Wirkungsprofils unverzichtbar. Sie beeinflussen unsere Gesundheit auf verschiedenen Ebenen. Die Messung des persönlichen Fettsäurestatus ermöglicht uns, Defizite zu erkennen und auszugleichen. In Absprache mit dem Hausarzt kann eine gezielte, präventive Supplementierung helfen, unseren Körper nachhaltig zu stärken.
Herzlich, Ihre Dr. med. Grit Schlesiger
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